Mehr Stress durch Egoismus?

Beim Gespräch mit einer Kollegin fiel folgender Satz: Die Jugend wird heute nicht zu selbstbewussten Menschen sondern zu Egoisten erzogen. Das mag durchaus so sein. Da poppt bei mir gleich der Gedanke an die Winner take all Gesellschaft auf. Wieder gehört davon habe ich im hervorragenden Vortrag, den Heinz Bude letzte Woche im Bruno-Kreisky-Forum in der Armbrustergasse im 19. Wiener Bezirk hielt.

Nur der Erste zählt und bekommt ein exorbitant Vielfaches an Anerkennung, monetärer Zuwendung und medialer Aufmerksamkeit. All die vielen Anderen, die in irgendeiner Weise beinahe genauso gut sind oder an den Erfolgen der Gewinner maßgeblich beteiligt waren, schauen buchstäblich durch die Finger.

 

Anschauen tut nicht weh!

Nun beobachte ich schon länger mit großem Interesse folgendes. Sooft ich über einen Zebrastreifen gehe und sich ein Auto nähert, blicke ich direkt den Fahrer an. Genaugenommen schaue ich dort hin, wo ich den Lenker vermute, denn wirklich erkennen, wer am Steuer sitzt, ist nur bei Cabrios möglich. Und so gut wie immer erreiche ich, dass der Autofahrer sofort das Tempo drosselt. Jetzt kann man einwenden, muss er ja, da in Österreich genau geregelt ist, wie man sich als Autofahrer und als Fußgänger bei Überquerung eines Schutzweges zu verhalten hat.

 

Wegschauen schützt vor Torheit nicht.

Demzufolge müssen die Verkehrsteilnehmer miteinander Kontakt aufnehmen. Denn sonst kann nicht festgestellt werden, wie der Andere reagiert. Jetzt mache ich seit vielen Jahren als Autofahrerin aber auch die Erfahrung, dass sehr viele Fußgänger keinen Kontakt mit Autofahrern aufnehmen, sondern einfach über die Straße oder den Zebrastreifen gehen, oder warten bis jemand stehen bleibt, ohne das Drumherum aktiv wahrzunehmen.

 

Gegeneinander oder doch lieber miteinander.

Veranlasst und beeinflusst vielleicht der eingangs erwähnte Egoismus Verhaltensweisen im täglichen Umgang und wird das Miteinander dadurch zum Gegeneinander? Trotz Vorrang am Schutzweg stieg allein die Zahl der Verletzten auf Schutzwegen von 563 Personen im Jahr 2012 auf 839 Personen 2013 an.
Und das vermutlich nicht ausschließlich deshalb, weil Wien derzeit ordentlich wächst.

Oder hat uns die enorme Regelung der Ampelsysteme in den letzten 50 Jahren zum egoistischen Verkehrsteilnehmer erzogen? Man triumphiert, wenn man gerade noch über die Kreuzung gekommen ist. Manchmal wartet man meist gefühlte Stunden, bis es wieder grün wird – davon können Fußgänger bei Ampelanlagen, die nicht automatisch umschalten, ein Lied singen. Nicht die Umsicht und das Miteinander im Straßenverkehr hat oberste Priorität, sondern das eigene und alleinige Vorankommen.

Richard Sennett, ein renommierter Soziologe, weist darauf hin, dass gerade heute es umso wichtiger wäre, zu kooperieren. Diese Fertigkeit der Zusammenarbeit könne, so der Wissenschafter, als eine Art handwerkliche Fähigkeit gesehen werden, die immer mehr verloren gehe.

Artikel über die Zusammenarbeit: Wozu kooperieren?

… nach dem Fitnesskult!

Auf faz.net war zu lesen, dass in Managerkreisen 2015 sehr angesagt sei, sich einen eigenen Personal Trainer zu gönnen.

Was noch vor einiger Zeit der Uhrenvergleich in Meetingpausen war, ist jetzt offensichtlich der trainierte und fitte eigene Körper geworden. Das individuelle Training mit dem Fitness-Coach reiht sich nahtlos in den Selbstoptimierungsdruck ein und lässt fast keine andere Wahl, wenn man was auf sich hält.

Gelegentlich wird schon mal im Schweiße des Angesichts und bei Sympathie zum Trainer auch mal psychischer Druck abgebaut.

Nach einem gekonnten Sprint darf doch auch mal psychisch kurz geschwächelt werden.

Eloquent, aber einsam

Was aber tun, wenn man zwar äußerst fit in allerlei Belangen ist,  dennoch mit dem selbstoptimierten Körper nicht den Anklang bei Anderen erlebt, den man erwarten dürfte. Wenn es schwierig oder teilweise gar unmöglich scheint das nötige Vertrauen zu seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu aufzubauen.

 

Winner-take-all Mentalität ist asozial

Der zunehmende Trend zum Individualismus, der Winner-take-all Mentalität vergisst auf die Verbundenheit mit Anderen. Ab dem ersten Atemzug sind wir doch auf Gedeih und Verderb auf Andere angewiesen.
Die Welt ist schon da und in die werden wir hineingeschubst. Wir lernen ab da uns mehr oder weniger gut mit den vorhandenen Strukturen und den agierenden Personen zu arrangieren.
Kann schon sein, dass der Ein oder Andere aus einem System ausbricht und Pionierleistungen vollbringt, sich hocharbeitet und schier Unmögliches schafft. Meist jedoch werden vorhandene Strukturen und Beziehungen reproduziert und das Vorgelebte kopiert.

 

Die Problematik der Selbstoptimierung

Kommen wir zurück auf die Problematik der Selbstoptimierung. Auch wenn man bestens ausgebildet ist, weiß was man will und MitarbeiterInnen führen soll, muss man auf die Anderen adäquat und flexibel reagieren können.

 

Regeln erkennen und flexibel bleiben

Jede Organisation, jedes Team lebt und funktioniert dann am Besten, wenn möglichst vielen klar ist, welche Rollen welche Regeln einfordern. Sich auf Vorgesetzte verlassen können ist ein Grundbedürfnis, das eingefordert werden darf. Wer die Führung übernimmt soll sich dieser Verantwortung bewusst sein und klar zum Ausdruck bringen können. Theoretisch ist das schön und gut, aber wie weit wird es gelebt?
Es wird derzeit viel darüber berichtet, dass MitarbeiterInnen anderes als noch vor einigen Jahren geführt werden müssen. Führungskräfte müssten mehr auf die Zusammenarbeit achten und neue Kommunikationsformen wären gefragt.

 

Neue Führungskompetenzen werden gefordert, aber woher nehmen?

Wo sollen nun die neuen sozialen Führungskompetenzen herkommen? Wir wissen alle, wie wenig von gehörten Vorträgen übrigbleibt. Im Studium lernt man noch klassische Management- und Führungsstile. Im Unternehmens(alltag) zurückgekehrt, wird darauf zurückgegriffen, was gut eingelernt und gehört und immer schon gemacht wurde.

 

Das wird helfen…

Yodelity versteht sich als Methode kooperatives Verhaltens und damit sozial erfolgreiche Interaktion zu etablieren. Durch spezielle Übungen mit der eigenen Stimme wird das Gegenüber in Beziehung gesetzt und erfahrbar gemacht. Sich zweistimmig einander in Beziehung setzen erfordert viele soziale Kompetenzen. Mit yodelity wird soziale Interaktion begreifbar und  Zusammenarbeit nachhaltig ermöglicht. Letztlich wird sozial erfolgreiche Interaktion erfahren, internalisiert und vehement trainiert.

Finden Sie Anklang?

Wie man den ersten Klang findet und warum es wichtig ist, sich wirklich damit auseinanderzusetzen.

yodelity ist eine Methode, die die Urform des Jodelns schätzt und deren kommunikatives Potential weiterentwickelt.

Hier können unter bestimmten Voraussetzungen spontan vorhandene soziale Konstellation genutzt werden. Eine kleine Gruppe einigt sich zunächst auf ein bestimmtes Jodlerstück. Den Anfang macht immer die Grundstimme. Die ist es auch, die den Ton angibt. Formal gibt es dazu die Struktur, die dem Jodlerstück innewohnt. Wir dürfen uns in eben dieser hier beschriebenen Gruppe aussuchen, wer die Grundstimme übernimmt und in welcher Tonhöhe dies geschieht.

Voraussetzung dafür ist es, die Struktur des Jodlers zu kennen. Das impliziert meist, dass alle Stimmen eines mehrstimmigen Stückes mitbedacht werden.

Die Regeln, die einem Stück innewohnen, müssen zuerst begriffen und verinnerlicht werden.

 

Vertrauen schafft Anklang!

Die ersten Klänge sind entscheidend und laden das Gegenüber ein, mit einzustimmen – oder eben nicht! Da setzt yodelity an und trainiert kooperatives Verhalten. Die Töne müssen so gesetzt sein, dass die Anderen mitkönnen. Klar und bestimmt, nicht überfordernd und nicht zaghaft muss jeder Jodler begonnen werden, wenn alle daran Beteiligten was davon haben sollen.

 

Den Anderen mitdenken ist die Devise!

Das In-Beziehung-setzen mit seinem Gegenüber ist Voraussetzung für die geplante kurzfristige, intensive Kooperation, die während des Jodelns eingegangen wird.

Nochmals zusammenfassend müssen Regeln und Formen erlernt und diese in Beziehung mit Anderen gesetzt werden. Kennen alle Beteiligten die Regeln, wird verhandelt wer mit der Grundstimme und damit die Führung des gemeinsamen Stückes übernimmt.

Der ersten Sequenz, der Basisstimme kann erst dann gefolgt werden, wenn diese klar, vehement und einladend ist.

 

Was es alles noch rund ums Jodeln und der damit erzielten erfolgreichen Interaktion geben wird.

In den folgenden Blogartikeln werden Beiträge zu folgenden Themen erscheinen: Rollen und Perspektiven, Jodeln erlernen und wer sich dafür eignet, warum das Jodeln so wichtig ist, um wieder teamfähiger zu werden, wie kooperative Zusammenarbeit mit Hilfe des Jodelns funktioniert und vieles mehr.

Über konstruktive Kritik, Zuspruch und Kommentare freue ich mich wie immer sehr.

Wozu kooperieren?

Unter Kooperation kann sich jeder etwas vorstellen. Mir geht es in diesem Artikel um die wechselseitige Erwartungssicherheit, die bei kooperativem Verhalten gegeben sein muss. Beeinflusst vom Individualisierungsbestreben und den Ich-Ags wird vielerorts danach getrachtet, Andere zu übervorteilen. Kurzfristig mag das befriedigen, nachhaltig gedacht ist es nicht.

 

Gelungene Zusammenarbeit als handwerkliche Kunst

Richard Sennett, der renommierte US-amerikanischer Soziologe, setzt gelungene Zusammenarbeit einem Handwerk gleich. Dieses erfordere ein ordentliches Maß an gegenseitigem Verständnis und an Achtsamkeit, um gemeinsames Handeln erst zu ermöglichen. Yodelity greift diese Diagnose auf und findet einen Weg, befriedigende Interaktionen zu ermöglichen.

 

Reibung  als Innovationsmotor erwünscht

Auch wenn Konkurrenz als Motor für Innovationen dient und ein sich aneinander messen Spaß macht, ist letztlich eine Win-Win-Situation besser verträglich. Je mehr freiwillige Verbündete man hat, desto besser kann der Arbeitsalltag bewältigt werden. Viele Handgriffe und freiwilliges Tun basiert in einem Umfeld, das Zufriedenheit vermittelt. Je motivierter die MitarbeiterInnen, desto erfolgreicher ist das Unternehmen – ein alter Hut und doch…

 

Das Rezept

Erwartungsicherheit basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Damit es bekömmlich wird, bedarf es des Wissens und der Aneignung, der jeweiligen Regeln, einer Messerspitze Mut, einer Brise Verantwortung und der Beigabe von wechselseitigem Verständnis.

 

Der Krixi-Kraxi Jodler…

Die Bezeichnung Krixi-Kraxi Jodler stammt von einer kreativen Jodlerin, die diesen Namen einem Jodlerstück gab, weil…

 

Wie die Jodler zu ihren Namen kommen…

Der Krixi-Kraxi Jodler heißt auch – über´n Laurenziberg – und hat sich sozusagen um eine Bezeichnung erweitert. Warum dieser lustige Namen vergeben wurde erklärt sich vermutlich dadurch, dass die zwei Stimmen, sehr unterschiedlich sind und manche immer wieder staunen läßt, wie er zusammengeht. Besagte Jodlerin gibt uns den Hinweis, dass sie sich ganz in den Jodler hineinhört und mitbekommt, wie es kreuz und quer tönt.

 

Einige Jodler tragen die Namen der jeweiligen Interpreten, der Gegend oder der Struktur wegen.

Da gibt es Namen wie: dem Schüssler Ferdl seiner, dem Franz seiner, dem Franz und Hans seiner usw.

Der Saalfeldner Verkehrte gibt sowohl etwas über den Ursprung, wie auch der Langenwanger, der Übelbacher und der Ramsauer diese tun, bekannt. Aber er verrät zusätzlich etwas über die Struktur des Jodlers. Der Schladminger Wurzhorner wiederum ahmt das Wurzhorn, in der Schweiz Alphorn genannt, nach.

Benennungen sind insofern hilfreich, damit man gleich weiß von welchem Jodler die Rede ist. Doch Achtung! Die Jodler wurden zum Teil unterschiedlich interpretiert und abgewandelt weitergegeben. Lernt man die Struktur eines Jodlers zu verstehen und hat alle Stimmen verinnerlicht, stellt auch eine Variante bei Wiedergabe kein Problem dar. Warum? Hier mehr dazu.